Beifang: Duisburg-Beeck – Abfahrt Schullandheim 1938

Auch nach der Arbeit an 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen  finde ich historische Bilder des Ruhrgebiets als eine Art Beifang meiner Beschäftigung mit der Historie der Ruhrstadt. Einiges davon braucht eine erklärende Geschichte. Viele historische Fotos aber stehen auch für sich und lassen sich als Einzelstücke betrachten. In loser Reihe stelle ich einen Teil dieses Beifangs online. Einordnende Kommentare sind gerne gesehen.

Fotografen und Rechteinhaber der Fotos habe ich nicht immer ermitteln können. Ich bitte Fotografen und Archive sich bei mir zu melden.

Die Beschäftigung mit der Vergangenheit erinnert oft an Polizeiarbeit. Mit Glück gibt es Zeugen eines Geschehens der Vergangenheit, die aber oft Widersprüchliches zu erzählen haben. Indizien, sprich Dokumente, müssen also hinzukommen. Oft bleibt es bei diesen Indizien, die ebenfalls nicht immer gleich Teil einer schlüssigen Erzählung werden können.

Das ist selbst bei der eigenen Familiengeschichte so. Diese Woche stand ich vor einem Rätsel, das ich erst mit weiteren Dokumenten lösen kann. Meiner Erinnerung nach wurde in meiner Familie immer erzählt, mein Onkel habe in Beeck die Realschule besucht. Nun fand ich im Nachlass meines Vaters ein Fotoalbum, das einen Schullandheimaufenthalt im Juni 1938 seines Bruders in Ruppichterroth dokumentiert. Wie u.a. auf der Seite der GGS Heinrich-Borgers-Schule zu lesen ist, war dieses Schullandheim 1929 von der damals noch Evangelische Schule an der Stolzestraße heißenden Schule erworben worden.

Wurde das Schullandheim also anderen Schulen untervermietet? Oder hat mein damals 13jähriger Onkel gar nicht die Realschule besucht? Stand der Bus zum Schullandheim am 10. Juni 1938 in Meiderich oder Beeck? Erkennt jemand den genauen Ort? Vielleicht finde ich ja demnächst ein Zeugnis, das mir sicher zeigt, welche Schule mein Onkel besucht hat.

Meiderich_schullandheim

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Frohe Weihnachten – Beifang: Weihnachtswohnzimmer des Ruhrgebiets

Während der Arbeit an 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen haben sich viele Informationen und Bilder angesammelt, die wir aus unterschiedlichen Gründen für das Buch selbst nicht genutzt habe. Es ist eine Art Beifang unserer Recherche. Einiges davon braucht eine erklärende Geschichte. Viele historischen Fotos aber stehen auch für sich und lassen sich als Einzelstücke betrachten. In loser Reihe stelle ich einen Teil dieses Beifangs online. Einordnende Kommentare sind gerne gesehen.

Fotografen und Rechteinhaber der Fotos habe ich nicht immer ermitteln können. Ich bitte Fotografen und Archive sich bei mir zu melden.

Die hier abgebildete Familie feiert 1939 Weihnachten und kennt offensichtlich noch die Bedeutung, die im Moment des Fotografierens geschaffen wird. Die Puppe im Vordergrund ist sicher Weihnachtsgeschenk und so wichtig, dass mit ihr sogar ein Familienmitglied verdeckt wird. Eine Frau ist zu erkennen. Ist ihr Mann der Fotograf? Sie ist die noch alleinstehende Tochter des älteren Ehepaares, die die Selbstauslöseraufnahme ermöglicht hat. Sohn und Schwiegertochter stehen enger zusammen als die Famlienältesten. Das Mädchen links ist ihre Tochter, das andere Mädchen ist ein Nachbarskind, das regelmäßig die Nähe der alleinstehenden Frau gesucht hat. Auf dem Tisch ist auch Weihnachtsgebäck zu sehen, vor allem Printen. Unter dem Tisch ein weiteres Weihnachtsgeschenk, ein Tretroller. Aufgenommen wurde das Foto in Duisburg-Meiderich.1938_Weihnachten

Damit niemand voreilige Schlüsse über die weihnachtlichen Bräuche im Ruhrgebiet zieht: Das folgende Foto wurde keineswegs ein paar Stunden nach der Bescherung aufgenommen. Auf der Rückseite des Fotos ist handschriftlich notiert: „Geburtstag“. Aufgenommen wurde dieses Foto ebenfalls in Duisburg-Meiderich – in den 1950er Jahren. Die Stimmung ist ausgelassen in der kleinen Runde. Der Steinhäger steht auf dem Tisch. Schnaps gehörte seinerzeit zu jedem Geburtstags dazu. Links an der Wand die obligatorische Landschaftsmalerei jener Jahre, der „moderne“ Wohnzimmerschrank rechts. Der Tannenbaum eingequetscht in der Ecke. Die Wohnungen waren noch klein in den 1950er Jahren.

1950er_geb_nach_weihnachten

Im Ruhrgebiet von 1946 liegt Zollverein in Gelsenkirchen

Die Bilder des zusammengeschnittenen Clips unten werden durch Kameramänner der britischen Armee aufgenommen worden sein. Die dokumentarischen Aufnahmen halten Zustände von Orten fest, zeigen aber auch vereinzelt die Menschen an den Orten. Deshalb wird ihr Zweck sicher nicht alleine darin bestanden haben, die Zerstörungen des Krieges an den Industrieanlagen festzuhalten.

Dieser Eindruck stellt sich nur zu Beginn des Clips ein mit den Bildern von Ruinen in Hamm und Dortmund, die bei einer Eisenbahnfahrt nach Essen gefilmt wurden. Danach sind die Industrieanlagen von Krupp in Essen zu sehen, gefolgt vom Hüttenwerk in Oberhausen. Doch schon beim Hüttenwerk in Duisburg-Huckingen rücken die Menschen in den Vordergrund.

Zudem wird erkennbar, einige der Briten müssen die Region erst noch genauer kennenlernen. Aus Duisburg wird beim Antiteln „Duisberg“. Noch deutlicher macht das der Titel der nächsten Sequenz, der die Zeche Zollverein kurzerhand von Essen nach Gelsenkirchen verlegt. Noch steht Albert Vögler als Namensgeber des gezeigten Schachts auf dem Gebäude. Er gehörte zu jenen Großindustriellen, die schon in den 1920er Jahren die Nähe der NSDAP suchten und die sie je nach eigener Interessenlage auch finanziell unterstützten.

Abschließend ist die Villa Hügel zu sehen, wo die von der britischen Militärregierung als Kontrollorgan über den Bergbau der britischen Zone eingerichtete North German Coal Control (NGCC) ihren Sitz hatte.

Tue Gutes und erzähle weiter, wenn jemand darüber redet -V-

Abenteuer Ruhrpott.info widmet sich 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen und bemerkt:

Das Ruhrgebiet ist voller historischer Orte mit Geschichte, denen man es nicht ansieht oder die längst überbaut sind. Was dort einmal geschah, das erzählt unterhaltsam das Buch „111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen“. […] Spannend zu lesen, wenn man die Region mag oder hier lebt!

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Weitere Stimmen zum Buch finden sich mit einem Klick weiter.

Beifang: Duisburg – Die Eisdecke des Rheins im März 1929

Während der Arbeit an 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen haben sich viele Informationen und Bilder angesammelt, die wir aus unterschiedlichen Gründen für das Buch selbst nicht genutzt habe. Es ist eine Art Beifang unserer Recherche. Einiges davon braucht eine erklärende Geschichte. Viele historischen Fotos aber stehen auch für sich und lassen sich als Einzelstücke betrachten. In loser Reihe stelle ich einen Teil dieses Beifangs online. Einordnende Kommentare sind gerne gesehen.

Fotografen und Rechteinhaber der Fotos habe ich nicht immer ermitteln können. Ich bitte Fotografen und Archive sich bei mir zu melden.

Anfang März 1929 wurde das Foto am Duisburger Rheinufer aufgenommen. Viele solcher Erinnerungsfotos werden noch in den Städten längst des Mittel- und Niederrheins vorhanden sein, war der Rhein ab Mitte Februar doch Ausflugsziel für unzählige Menschen, die sich das Naturereignis ansehen wollten. Ob das Foto noch bei vollständig zugefrorenem Rhein aufgenommen wurde, ist weder erkennbar, noch ist die genaue Datierung des Fotos bekannt. Begehbar war der Rhein ab dem 7. März nämlich nicht mehr, wie auf der Seite des Stadtarchivs Wesel zu lesen ist. An dem Tag war die Eisdecke von Orsoy bis zur niederländischen Grenze aufgebrochen.

Die zerklüftete Eislandschaft war  entstanden, nachdem im Januar am Ober- und Mittelrhein zum ersten Mal Tauwetter eingesetzt hatte und Eissschollen stromabwärts getrieben waren. Die Eisschollen schoben sich am Ufer ineinander, und ein Temperaturssturz Anfang Februar ließ den Rhein erneut gefrieren. Ab der zweiten Februarhälfte war die Eisfläche begehbar.

 

1929_03_gefrorener_Rhein

 

 

 

Beifang: Oberhausen – Die Schreinerei Heinrich Jehn

Während der Arbeit an 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen haben sich viele Informationen und Bilder angesammelt, die wir aus unterschiedlichen Gründen für das Buch selbst nicht genutzt haben. Es ist eine Art Beifang unserer Recherche. Einiges davon braucht eine erklärende Geschichte. Viele historischen Fotos aber stehen auch für sich und lassen sich als Einzelstücke betrachten. In loser Reihe stellen wir einen Teil dieses Beifangs online. Einordnende Kommentare sind gerne gesehen.

Fotografen und Rechteinhaber der Fotos haben wir nicht immer ermitteln können. Wir bitten Fotografen und Archive sich bei uns zu melden.

Im Jahr 1898 gründete Heinrich Jehn in seinem Elternhaus auf der Heidestraße eine Schreinerei. Als die Werkstatt dort zu klein wurde, zog der Handwerksbetrieb 1905 zur Lipperheidstraße. Über die Jahre wurde der Betrieb immer mehr erweitert, so dass 1923 aus dem kleinen Handwerksbetrieb ein großes Holzverarbeitungsunternehmen geworden war, eine „Fabrik für Holzbearbeitung“.

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Die Schreinerei auf der Lipperheidstraße

 

Die Schreinerei ist in den 1920er Jahren zur Holzfabrik geworden

Handzettel als Werbung aus dieser Zeit

 

Die Kriegsschäden auf dem Gelände der Holzfabrik.
Das genaue Datum müsste recherchiert werden.

Eine Jubiläumsanzeige aus dem Jahr 1948

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Bönen und Duisburg: Queen Elisabeth II. – Der Staatsbesuch 1965

Am 18. Mai 1965 trifft Queen Elisabeth II. zum Staatsbesuch in Deutschland auf dem Köln-Bonner Flughafen ein. 11 Tage wird sie bleiben und mit einem Sonderzug quer durch Deutschland reisen. In zwei Dutzend Städten und Gemeinden macht sie Station. Am 25. Mai kehrt sie nach Nordrhein-Westfalen zurück, um den Morgen in Köln zu verbringen. Von dort aus geht es weiter nach Düsseldorf, wo sie zur Mittagszeit auf Schloss Benrath zu Gast ist. Auf dem Rhein setzt sie die Fahrt mit der „Stadt Duisburg“ fort, um am Nachmittag in Duisburg anzukommen und in Huckingen die Mannesmann-Werke zu besichtigen. Mit dem Sonderzug geht es am Abend weiter Richtung Soest.

Zur Übernachtung hält der Zug am kleinen Bahnhof von Bönen-Lenningsen. Er ist jener der 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen, anhand dessen wir den historischen Hintergrund dieses ersten Deutschland-Besuchs eines britischen Staatsoberhaupts seit 1909 darstellen.

Beim vom WDR verantworteten Projekt Dig it ist ein digitalisierter Super-8-Film von Claus Geeven online gestellt.  In knapp viereinhalb Minuten zeigt er reportageartig Bilder rund um den Duisburg-Besuch. Die Ankunft der Queen am Steiger Schwanentor zeigt eine weitere  privat entstandene kurze Filmsequenz bei Dig it.

Vom Staatsbesuch gibt es zudem einige kurze Clips im Netz, die Grundlage für die britische Berichterstattung über diesen Staatsbesuch waren.

Die Ankunft auf dem Köln-Bonner Flughafen

Bonn

Im Mittelrheintal – der Kommentator nennt allerdings eine falsche Streckenführung dieser Rheinfahrt. Eine Schiffstour an den Burgen des Mittelrheintals vorbei kann natürlich nicht von Bonn nach Köln führen.

Der Besuch in West-Berlin

Ein zusammenfassender Bericht, der den Besuch noch einmal als Triumph beschreibt.

Wer mit diesem Blick auf den Staatsbesuch von Queen Elisabeth II. neugierig geworden ist, welche Geschichte(n) anhand anderer Orte des Ruhrgebiets erzählt werden: Mit einem Klick geht es weiter zu Inhaltsverzeichnis und Vorwort von  111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen.