Essen in den 1950ern – Ein fremder Blick auf die Vorweihnachtszeit

In welchem Zusammenhang der folgende Clip entstanden ist, kann ich nur vermuten. Eine erste Netz-Recherche zu den genauen Produktionszusammenhängen verlief jedenfalls ergebnislos. Vielleicht weiß in dem Fall der „Schwarm“ der Pott-Historieninteressierten mehr und verhilft zu Wissen. Wahrscheinlich ist der Kurzfilm von etwas mehr als 11 Minuten zu Lehrzwecken erstellt worden. Ein ethnografischer Blick wird in ihm deutlich.

Am Beispiel des Alltags der Familie Müller in einem Dezember der 1950er Jahre lernt man nicht nur Essen in der Vorweihnachtszeit kennen beispielhaft für das Leben in der ruhr area, sondern auch Industriearbeitswelt, Freizeit, Brauchtum und einige deutsche Worte. Schöne dokumentierende Bilder aus dem städtischen Leben sind zu sehen.

In dieser Winterzeit herrscht offensichtlich das, was Jahre später Smog heißen wird. So lässt sich auch die Umweltbelastung jener Zeit erkennen, eine verrauchte Luft, für die der Kommentar anerkennende Worte findet, ist dieser Rauch doch ein Beleg für die Produktivität der ruhr area.

Ruhrort – Damals

Wer gestern  beim Lebendigen Adventskalender in Ruhrort ein Türchen öffnete, konnte mir bei einer Lesung zuhören. Es hat mir großen Spaß gemacht, eine Viertelstunde Texte zur Ruhrstadt-Wirklichkeit zu lesen und meinen Sinn für Komik mit ein paar Gedichten zu zeigen. Mein Einstiegstext ruft ein Ruhrort der 1960er Jahre in Erinnerung. Ein Blog zur Geschichte der Ruhrstadt scheint mir ebenfalls ein geigneter Ort für diesen Text.

Meine ersten Lebensjahre habe ich in Ruhrort verbracht. Dort bin ich in den Kindergarten gegangen, pumpte im Hafenmund, jedes Mal aufs Neue begeistert, Wasser aus den Handpumpen am Leinpfad und wartete im Hochsommer meist vergebens auf dem Hanielspielplatz, dass das Wasser aus den Spritzdüsen der Klettergerüste spritzte. Von der Geschichte Ruhrorts erfuhr ich in Heimatkunde auf der Grundschule Homberger Straße, und habe mir nicht vorstellen können, dass die Kinder anderer Stadtteile etwas wie “Heimatkunde” überhaupt brauchten. Was sollten die lernen, wenn der Stadtteil keinen Hafen hatte? Alles andere war doch uninteressant und ohne besondere Bedeutung.

Der Blick von der Mühlenweide den Rhein hinunter, das war mein Blick auf die Nordsee. Selbst die größten Dinge wurden rheinabwärts ganz klein. So etwas gab es in keinem anderen Stadtteil, so dachte ich. In anderen Stadtteilen versperrten Häuser die Sicht und alles Große verschwand hinter der nächsten Ecke. Der Zutritt zu den großen Werksgeländen war sogar verboten. Im Ruhrorter Hafen lagen die Dinge offen. Schiffe waren beim An- und Ablegen zu beobachten. Abgedeckte Planken gestatteten Blicke in die Bäuche eines jeden Lastschiffs. Die Kräne als riesige Vögel mit großen gefährlichen Schnäbeln auf der anderen Seite des Hafenbeckens verlangten Respekt. Ich konnte mir aber selbst ein Bild von ihnen machen anders als von den Hochöfen.

Schon der Wohnort meiner Großeltern, Meiderich, war für mich im Gegensatz zur Nordseestadt Ruhrort ein staubiges Wüstendorf tief im Landesinneren, dessen Einwohner ich bedauerte. Ich fragte mich, wieso das vom Rhein noch entfernter gelegene Oberhausen im Rheinland liegen sollte. Immer wieder las ich das rätselnd auf dem Bahnhofsschild im Oberhausener Hauptbahnhof. Als Kind aber nimmt man die verwunderlichsten Aussagen von Erwachsenen einfach hin. Nach dem Essen von Obst darf man nichts trinken etwa. Unzählige Male habe ich mich nicht an diese damalige Grundregel erwachsenen Lebens gehalten und nichts passierte. Da kam es auf eine Ungereimtheit mehr auch nicht an.

Ich selbst wusste es besser. Ruhrort, das war die einzige lichte Welt des Wassers in dieser Gegend.

Eine Kinderspieltradition zwischen den 1930er und 1950er Jahren

Kinder haben eigene Traditionen, die sie mündlich weitergeben. Über Generationen können auf diese Weise etwa Regeln für Spiele in leichten Varianten erhalten bleiben. Gummitwist war während der 1960er Jahre in meiner Kindheit noch ein lebendiges Spiel. Dagegen war ein Spiel wie „Ball an die Wand“, das nach festen Regeln gespielt wurde, in meinem Umfeld ausgestorben.

Meine Mutter erzählte, „Ball an die Wand“ war eines der Spiele, die sie als Kind immer auf der Straße gespielt habe. Das war Ende der 1930er Jahre in Duisburg-Meiderich. Etwa 15 Jahre später, 1953, fotografiert ein Vater seine Tochter und eine Freundin bei demselben Spiel in Essen. Immer noch muss der Ball in einer Abfolge unterschiedlicher Wurf- und Fangweisen an die Wand geworfen werden. Ein System, das jedem Kind, das erstmals mitmachen möchte, beigebracht wird. Die Regeln müssen eingehalten werden, damit das Spiel gelingt. Dass der Ball dabei nicht auf den Boden fallen darf, versteht sich von selbst.

Wie lange diese Spieltradition wohl an anderen Orten lebendig geblieben ist. Gibt es sie gar irgendwo noch?

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Viel Zeit vergeht nicht, bis die beiden Fotos unten von der Tochter und weiteren Freundinnen auf einem Spielplatz an der Essener Ruhrallee aufgenommen werden. Eine solche kostengünstige Rutsche ohne wirkliche Rutschfläche kenne ich auch noch. Meine hat am Hafenmund in Duisburg-Ruhrort gestanden. Gefallen haben mir solche Rutschen nie. Viel zu langsam rutschte man auf ihnen, und als ganz Kleiner war ich mir nie wirklich sicher, ob man  nicht doch irgendwie zwischen den Stangen durchfallen könnte.

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Die Turnstangen in drei unterschiedlichen Höhen waren ebenfalls eine Standardausrüstung auf Spielplätzen jener Zeit.

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Ruhrstadt – Der Karneval zwischen den 1950ern und 1982 in Bildern

Während der Arbeit an 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen haben sich viele Informationen und Bilder angesammelt, die wir aus unterschiedlichen Gründen für das Buch selbst nicht genutzt habe. Es ist eine Art Beifang unserer Recherche. Einiges davon braucht eine erklärende Geschichte. Viele historischen Fotos aber stehen auch für sich und lassen sich als Einzelstücke betrachten. In loser Reihe stelle ich einen Teil dieses Beifangs online. Einordnende Kommentare sind gerne gesehen.

Fotografen und Rechteinhaber der Fotos habe ich nicht immer ermitteln können. Ich bitte Fotografen und Archive sich bei mir zu melden.

Der Hoppeditz ist begraben, der Nubbel verbrannt.  Zum Abschied der Session geht der Blick hier zurück in die Vergangenheit, in der der Karneval noch weitaus mehr in der Alltagskultur der Ruhrstadt verankert war. In Duisburgs Meiderich-Berg wurden in der katholischen Gemeinde St. Matthias Pfarrsitzungen veranstaltet, die von den Gemeindemitgliedern selbst gestaltet waren. Gemeindemitglieder gingen in die Bütt, sie sangen selbst. Es ging nicht darum, Karnevalskünstlern zuzusehen, sondern die eigenen Talente auf die Bühne zu bringen. Die Fotos der 1960er Jahre hatte ich schon einmal in einer kurzen Erinnerung an St. Matthias veröffentlicht. Nun habe ich weitere Fotos gefunden.

Folgende Fotos sind wahrscheinlich Ende der 1940er Jahre und etwa Mitte der 1950er Jahre aufgenommen. Das linke Foto wird Ende der 1940er Jahre aufgenommen worden sein. Die Männer und Frauen sind schlank, die Männer-Wohlstandsbäuche der 1950er Jahre sind noch nicht zu sehen. Entsprechend dürfte das mittlere Foto schon in diesen 1950ern aufgenommen worden sein. Der Mann links ist der damalige Vorsitzende des katholischen Arbeitervereins, der im Karneval zudem der Sitzungspräsident war. Auf dem rechten Foto sind die Männer des Kirchenchors bei einem Auftritt während einer Pfarrsitzung zu sehen. Wer Genaueres weiß, die Kommentare sind offen. Fotos anklicken, vergrößert sie.

Karnevalsitzung 1969

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Karnevalsitzung, eine andere Session. Die Sitzordnung des Elferrats und die Dekoration lassen ein anderes Jahr vermuten, zumindest eine andere Veranstaltung. Viel Zeit lag aber nicht zwischen dem oberen und den unteren beiden Fotos.

Wann die Damensitzung, in Meiderich Möhnekaffee genannt, im Vereinshaus stattgefunden hat, weiß ich nicht genau. Um die Jahrzehntwende 1970 müsste das Foto aufgenommen worden sein.

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Auf dem Weg zum Hamborner Kinderkarnevalszug in Meiderich-Berg auf der Mühlenstraße – wahrscheinlich 1965.

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Darüber hinaus finden sich im Netz historische Bilder des Karnevals in der Ruhrstadt. Manchmal sind sie etwas versteckt wie im Fotoalbum der Duisburger KG Rot-Gold Laar 1950, in dem sechs Fotos den Viertelszug aus dem Jahr 1971 zeigen.

Leichter auffindbar sind solche Dokumente im WDR-Projekt digit.de, der digitalisierten Sammlung privater Filme und Fotos aus analogen Zeiten. Bei der Suche nach bestimmten Motiven kann man sich dort schon mal verlieren. Eine kleine Auswahl von Karnevalsfilmen habe ich zusammengestellt. Es gibt noch viel mehr.

Der Essener Rosenmontagszug im Jahr 1958 wird knapp 2’30 gezeigt.

Etwa 12 Minuten dauert der Film über Karneval in Duisburg 1964. Er wirkt wie eine Reportage über den Tag des Karnevalsprinzen und seines Hofstaats.

Der Duisburger Rosenmontagszug 1966 in knapp 2 Minuten.

Daneben findet sich ein 9 Minuten-Clip vom Rosenmontagszug in Dortmund im Jahr 1980.

Knapp 3 Minuten sind Teile des Duisburger Rosenmontagszug im Jahr 1981 zu sehen

Der Karnevalszug in Bochum-Höntrop im Jahr 1982 ist knapp 2’30 zu sehen

Beifang: Duisburg-Beeck – Abfahrt Schullandheim 1938

Auch nach der Arbeit an 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen  finde ich historische Bilder des Ruhrgebiets als eine Art Beifang meiner Beschäftigung mit der Historie der Ruhrstadt. Einiges davon braucht eine erklärende Geschichte. Viele historische Fotos aber stehen auch für sich und lassen sich als Einzelstücke betrachten. In loser Reihe stelle ich einen Teil dieses Beifangs online. Einordnende Kommentare sind gerne gesehen.

Fotografen und Rechteinhaber der Fotos habe ich nicht immer ermitteln können. Ich bitte Fotografen und Archive sich bei mir zu melden.

Die Beschäftigung mit der Vergangenheit erinnert oft an Polizeiarbeit. Mit Glück gibt es Zeugen eines Geschehens der Vergangenheit, die aber oft Widersprüchliches zu erzählen haben. Indizien, sprich Dokumente, müssen also hinzukommen. Oft bleibt es bei diesen Indizien, die ebenfalls nicht immer gleich Teil einer schlüssigen Erzählung werden können.

Das ist selbst bei der eigenen Familiengeschichte so. Diese Woche stand ich vor einem Rätsel, das ich erst mit weiteren Dokumenten lösen kann. Meiner Erinnerung nach wurde in meiner Familie immer erzählt, mein Onkel habe in Beeck die Realschule besucht. Nun fand ich im Nachlass meines Vaters ein Fotoalbum, das einen Schullandheimaufenthalt im Juni 1938 seines Bruders in Ruppichterroth dokumentiert. Wie u.a. auf der Seite der GGS Heinrich-Borgers-Schule zu lesen ist, war dieses Schullandheim 1929 von der damals noch Evangelische Schule an der Stolzestraße heißenden Schule erworben worden.

Wurde das Schullandheim also anderen Schulen untervermietet? Oder hat mein damals 13jähriger Onkel gar nicht die Realschule besucht? Stand der Bus zum Schullandheim am 10. Juni 1938 in Meiderich oder Beeck? Erkennt jemand den genauen Ort? Vielleicht finde ich ja demnächst ein Zeugnis, das mir sicher zeigt, welche Schule mein Onkel besucht hat.

Meiderich_schullandheim

Frohe Weihnachten – Beifang: Weihnachtswohnzimmer des Ruhrgebiets

Während der Arbeit an 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen haben sich viele Informationen und Bilder angesammelt, die wir aus unterschiedlichen Gründen für das Buch selbst nicht genutzt habe. Es ist eine Art Beifang unserer Recherche. Einiges davon braucht eine erklärende Geschichte. Viele historischen Fotos aber stehen auch für sich und lassen sich als Einzelstücke betrachten. In loser Reihe stelle ich einen Teil dieses Beifangs online. Einordnende Kommentare sind gerne gesehen.

Fotografen und Rechteinhaber der Fotos habe ich nicht immer ermitteln können. Ich bitte Fotografen und Archive sich bei mir zu melden.

Die hier abgebildete Familie feiert 1939 Weihnachten und kennt offensichtlich noch die Bedeutung, die im Moment des Fotografierens geschaffen wird. Die Puppe im Vordergrund ist sicher Weihnachtsgeschenk und so wichtig, dass mit ihr sogar ein Familienmitglied verdeckt wird. Eine Frau ist zu erkennen. Ist ihr Mann der Fotograf? Sie ist die noch alleinstehende Tochter des älteren Ehepaares, die die Selbstauslöseraufnahme ermöglicht hat. Sohn und Schwiegertochter stehen enger zusammen als die Famlienältesten. Das Mädchen links ist ihre Tochter, das andere Mädchen ist ein Nachbarskind, das regelmäßig die Nähe der alleinstehenden Frau gesucht hat. Auf dem Tisch ist auch Weihnachtsgebäck zu sehen, vor allem Printen. Unter dem Tisch ein weiteres Weihnachtsgeschenk, ein Tretroller. Aufgenommen wurde das Foto in Duisburg-Meiderich.1938_Weihnachten

Damit niemand voreilige Schlüsse über die weihnachtlichen Bräuche im Ruhrgebiet zieht: Das folgende Foto wurde keineswegs ein paar Stunden nach der Bescherung aufgenommen. Auf der Rückseite des Fotos ist handschriftlich notiert: „Geburtstag“. Aufgenommen wurde dieses Foto ebenfalls in Duisburg-Meiderich – in den 1950er Jahren. Die Stimmung ist ausgelassen in der kleinen Runde. Der Steinhäger steht auf dem Tisch. Schnaps gehörte seinerzeit zu jedem Geburtstags dazu. Links an der Wand die obligatorische Landschaftsmalerei jener Jahre, der „moderne“ Wohnzimmerschrank rechts. Der Tannenbaum eingequetscht in der Ecke. Die Wohnungen waren noch klein in den 1950er Jahren.

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Beifang – Duisburger Zweitklässler von 1932 und Goldkonfirmanden Ende der 1960er

Während der Arbeit an 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen haben sich viele Informationen und Bilder angesammelt, die wir aus unterschiedlichen Gründen für das Buch selbst nicht genutzt haben. Es ist eine Art Beifang unserer Recherche. Einiges davon braucht eine erklärende Geschichte. Viele historischen Fotos aber stehen auch für sich und lassen sich als Einzelstücke betrachten. In loser Reihe stellen wir einen Teil dieses Beifangs online. Einordnende Kommentare sind gerne gesehen.

Fotografen und Rechteinhaber der Fotos haben wir nicht immer ermitteln können. Wir bitten Fotografen und Archive sich bei uns zu melden.

Fotos, die vornehmlich Menschen des Ruhrgebiets in der Vergangenheit zeigen, halfen bei dem Buch selbstredend meist nicht weiter. Gerade Gruppenfotos sind ja in erster Linie als Erinnerungsfotos für die dort abgebildeten Personen gedacht. Es ist ein eigenes zeitaufwändiges Projekt sie lesbar zu machen und zu enthüllen, was solche Gruppenfotos über die Vergangenheit erzählen. Als eine Art Stichwortzettel sollen hier deshalb nur erste flüchtige Eindrücke notiert sein. Es wäre schön, ihr kommentiert, wenn euch etwas auffällt, wenn ihr Zusammenhänge erkennt, Kleidung oder Frisuren einordnen könnt, wenn ihr irgendein Zeichen der Fotos deuten könnt.

1932_Klasse2_vielleicht_nombericherschule

Auf diesem Foto ist die 2. Klasse einer Schule zu sehen. Die Schüler kommen aus Meiderich-Berg,  Untermeiderich, wie es offiziell heißt. Einer der Schüler wohnte auf der Herwarthstraße. Die Schule könnte also die auf der Nombericher Straße gewesen sein. Koedukation gab es dort offensichtlich nicht. Über 40 Schüler hat diese Klasse. Mir fällt auf, wie unterschiedlich die Jungen gekleidet sind wider dem ersten Eindruck. Vorne rechts scheinen zwei Jungen noch Matrosenhemden zu tragen, die eigentlich zwanzig Jahre zuvor in Mode waren. Damals festigte die Flottenpolitik des deutschen Kaisers Wilhelm II.  den deutschen Nationalstolz und wurde in der Alltagskultur entsprechend gefeiert. Die meisten Jungen tragen einfache Kleidung. Oben links im Eingang ein einzelner Junge mit Schlips, beim Lehrer einer mit Fliege. Zwei Jungen aus besser gestellten Familien?

Die unterschiedlichen Frisuren fallen auf. Vielen Jungen scheinen die Haare von den Eltern geschnitten worden zu sein, der berühmte „Pisspott“-Schnitt. Wenige modischere Frisuren fallen sofort auf. Auch das ein Hinweis auf die soziale Stellung der Herkunftsfamilie? Was bedeutet es, dass die meisten der Jungen weiße Hemden tragen und einige wenige eine graue kittelartige Oberbekleidung?

Das zweite Foto zeigt ebenfalls Menschen aus Duisburg-Meiderich, vermutlich aus Mittelmeiderich, Ende der 1960er Jahre. Sie sind wesentlich älter, sie sind um die 65 Jahre alt und vermutlich Goldkonfirmanden der evangelischen Gemeinde Mittelmeiderich.

1960er_Gruppenfoto_ev_Kirche_Mittelmeiderich_goldkonfWenn ich das nächste Mal dort bin, muss ich zur evangelischen Kirche fahren. Momentan fehlt mir trotz Google Street View die letzte Sicherheit, dass das Foto dort aufgenommen wurde. Die Unterschiede in den Lebensläufen lassen sich nicht auf den ersten Blick erkennen. Zu ähnlich sehen die Männer und Frauen auf dem Foto aus, zu wenig kenne ich mich mit den minimalen Unterschieden der Kleidung aus. Alleine eine Diakonieschwester lässt sich in der zweiten Reihe identifizieren. Obwohl das Foto jünger ist, ist es für mich schwerer lesbar.

Wer mit diesem Blick auf die Menschen der Vergangenheit des Ruhrgebiets zudem neugierig geworden ist auf historische Orte der Region: Mit einem Klick geht es weiter zu Vorwort und Inhaltsverzeichnis von 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen.