Noch nicht historisch: Gegenwartsforschung zur Ruhrgebietsidentität

Als wir 111 Orte im Ruhrgebiet, die uns Geschichte erzählen schrieben, beschäftigten wir uns von Anfang an mit der Identität der Ruhrstadt. Sie war Richtschnur unseres Blickes auf die Vergangenheit und Ziel zugleich. Die Ruhrstadt besitzt keine starke Identität. Deshalb gibt es nur wenige historische Ereignisse etwa im Westen der Ruhrstadt, die bereits so erzählt sind, dass jemand im Osten sich sofort für sie interessiert. Jedes bedeutsame Geschehen unabhängig von der Industriegeschichte könnte die Identität dieser Ruhrstadt also stärken. Warum ist mir das wichtig? Nur eine starke Identität lässt die Städte gemeinsam handeln, um die Schwierigkeiten der Gegenwart zu überwinden.

Unser Buch soll also ein Beitrag sein, diese Identität der Ruhrstadt zu stärken. Wir wollten die Historie als eine die gesamten Städte der Region verbindende Erzählung. Dazu gehörte aber auch der Rückgriff auf das Bekannte, die industrielle Entwicklung, allerdings mit einem besonderen Dreh, sei es die Randgeschichte oder das Detail, in dem sich das Ganze spiegelt. Denn ohne das Wiedererkennen von bekannter Gemeinsamkeit fällt es schwerer auch in anderen Geschichten, abseits der Industrie, die Bedeutung für die gesamte Ruhrstadt wahrzunehmen.

In dem Zusammenhang interessiert ein Forschungsprojekt an der TU Dortmund zur Identität des Ruhrgebiets hier natürlich besonders. Auf einer schön gestalteten Seite im Netz wird das Projekt vorgestellt.

Dieses studentische Projekt ist im Rahmen des A-Projekts A01 im Wintersemester 2014/15 und Sommersemster 2015 im Studiengang Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund entstanden. Das Projekt wird durch Univ.-Prof. Dr. iur. Benjamin Davy betreut und von Dipl.-Geogr. Marian Günzel beraten. Kommerzielle oder verurteilende Absichten werden nicht verfolgt. Das Projekt ist nicht im Auftrag eines Unternehmens oder einer Interessengruppen entstanden.

Teilnehmen an dem Projekt kann jeder mit einem Selfie:

Lade dein Selfie bei Instagram & Co. hoch, tagge dein Selfie mit dem Hashtag #ruhrselfie und schicke uns den Link zu deinem Ruhrselfie:

Diese Selfies bilden aber nur einen Teil der Datengrundlage zu der Studie. Reinzuschauen lohnt sich, wobei die Selfie-Analyse wahrscheinlich wenig repräsentativ sein wird. Identität zeigt sich auch an der Stelle: wer bewegt sich wo auf selbstverständliche Weise im Netz.

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